Wie Rauchentwöhnung NICHT geht

Hast Du schonmal versucht aufzuhören? Und ein paar Tage später hast Du wieder angefangen?

Oder hast Du zumindest mal versucht, weniger zu rauchen? Und kurz darauf warst Du wieder beim alten Pensum?

Das ist mir auch ein paar Mal so gegangen. Zuerst dachte ich, ich hätte einfach nur einen schwachen Willen. Bis ich verstanden habe, dass es auf den Willen gar nicht ankommt. Denn das Ganze funktioniert anders.

Um Dir zu zeigen, wie das Ganze funktioniert, muss ich etwas ausholen:

Das hier ist Dein Gehirn:



... so ungefähr zumindest. Vielleicht ist Dein Gehirn nicht grün, und was ich Dir jetzt erzähle, wirst Du auch nicht im Psychologie- oder Medizinbuch finden. Denn es ist nur ein Modell eines Gehirns, um die Funktionsweise zu verdeutlichen.
( Wenn Du es genau wissen willst: Ich greife hier auf ein dreiteiliges Gehirnmodell aus den 1950er-Jahren des US-amerikanischen Hirnforschers Paul D. MacLean zurück. )

Die drei Gehirnstufen, die Du oben siehst, sind in der Entwicklung des Menschen nacheinander entstanden. Sie haben unterschiedliche Aufgaben:

1. Der Hirnstamm
Der Hirnstamm steuert lebenserhaltene Maßnahmen, die sogenannten Reflexe. Die Nähe zum Hals verrät, dass dieses Gehirn als erstes im Laufe der Evolution entstanden ist. Hier liegen überlebenswichtige Vorgänge. Was hier beschlossen wird, über das müssen wir weder bewusst nachdenken, noch haben wir große Einflussmöglichkeiten auf die hier getroffenen Entscheidungen. Man kann sich beispielsweise nicht selbst töten, indem man beschließt, mit dem Atmen aufzuhören. Dieser Teil des Gehirns ist für uns nicht besonders interessant, ich wollte es nur der Vollständigkeit halber erwähnen.

2. Das Limbische System - Das Gehirn der Gefühle
Das Limbische System ist für Gefühle, Antrieb und Lernen zuständig. Damit ist es für uns besonders interessant, denn schließlich möchten wir verstehen, was uns zum Rauchen oder zum Aufhören antreibt. Hier verspüren wir Angst, Liebe, Ehrgeiz, Verlangen und vieles mehr. Hier wirkt auch das Nikotin. Es weckt nämlich in Dir Gefühle, derer Du Dir gar nicht bewusst bist.

3. Die Großhirnrinde
Die Großhirnrinde ist für das bewusste Denken zuständig. Hier werden rationale Entscheidungen getroffen. Ohne die Großhirnrinde wären wir rein emotionsgesteuerte Wesen. Nur durch die Großhirnrinde können wir unsere Gefühle nochmal überprüfen. Die Großhirnrinde ist also so eine Art Kontroll-Instanz. Sie kontrolliert jedoch nicht jede Handlung, da sie sonst überfordert wäre.

Deswegen tun wir die meisten Dinge aus einem Gefühl heraus und treffen die meisten Entscheidungen aus dem Bauch heraus, ohne dass der Verstand wirklich mitredet. Und das war in der Menschheitsgeschichte auch meistens sinnvoll: Wenn wir von einem Raubtier überrascht wurden, sollten wir nicht lange hin und her überlegen, was zu tun ist, sondern Angst bekommen und die Beine in die Hand nehmen.

Zumindest stammen wir nicht von den Menschen ab, die in solchen Situationen das Problem auf sich haben wirken lassen, um dann eine ganz bewusste Vernunftsentscheidung zu treffen.

Gefühle haben also einen überlebenswichtigen Nutzen. Und deswegen haben wir in bestimmten Situationen bestimmte Gefühle, zum Beispiel Angst. Und diese Gefühle lassen uns Dinge tun, über die wir nicht wirklich selbst entscheiden.

Die Werbung weiß das übrigens schon sehr lange. Selten werden in der Fernsehwerbung logische Gründe genannt, warum Du einen bestimmten Joghurt kaufen oder eine bestimmte Biersorte trinken solltest. Du siehst immer nur glückliche und attraktive Menschen, die Joghurte essen und Männer in Situationen, um die Du sie beneidest. Aber zurück zum Thema:

Auf jeden Fall mußt Du wissen, dass wir die allermeisten Dinge aus einem Gefühl heraus entscheiden und die meisten Handlungen aus einem Gefühl heraus vornehmen. Was wir tun und wie wir über eine Sache denken, basiert also weitgehend auf unseren Gefühlen.

Genauso ist es auch beim Griff zu einer Zigarette. Dass eine Zigarette nicht gut für Deine Gesundheit und für Deinen Geldbeutel ist, das weißt Du ja schon längst. Deine Vernunft rät Dir dringend ab, zu rauchen. Und trotzdem rauchst Du. Genauso war das auch bei mir: Ich wusste, dass Rauchen ungesund ist und ich konnte es trotzdem nicht lassen. Warum?



Das Vernunftgehirn hat gar nicht mitzureden, wenn die unteren Gehirnmodule etwas entscheiden. Denke an die Stufen in der Zeichnung oben: Du kannst nicht aufhören, Schmerzen zu haben, nur weil Du das möchstest. Du kannst auch nicht Deinen Hunger wegdenken. Und Du kannst auch nicht auf Kommando herzlich lachen oder wirklich traurig sein. Vielleicht können gute Schauspieler täuschend echt so tun, also ob sie traurig wären. Aber sie sind dann nicht traurig. Gefühle kann man nicht erzwingen.

Und leider ist es so, dass das Rauchen auf der Gefühlsebene wirkt. Wenn das nicht so wäre, würdest Du schon längst nicht mehr rauchen, denn Du bist ganz sicher nicht so blöd zu denken, dass Rauchen irgendwelche vernünftigen Vorteile hätte.

Sprich: Wenn Dein Vernunftsgehirn Dir rät, eine Rauchentwöhnung zu machen, bringt Dir das herzlich wenig. Genauso könntest Du Dir selbst befehlen, plötzlich fröhlich zu sein.



Wenn Du aus rationalen Gründen aufhören willst, wie Geldersparnis oder Gesundheit, dann wird das Aufhören eine sehr anstrengende Sache, weil Du ständig gegen Deine Gefühle arbeitest - zumindest bis die Suchtgefühle nach einiger Zeit verschwunden sind.

Ich habe eine Frage an Dich:
Warum hören viele Raucher auf, (erst) nachdem sie ein ernstzunehmenden Gesundheitsproblem durch das Rauchen bekommen haben?

Weil sie Angst vor dem Sterben haben! Und Angst ist ein Gefühl.



Also, selbst wenn Du der intelligenteste Mensch der Welt bist: Wenn Deine Motivation nur aus Vernunftsgründen besteht, wirst Du vermutlich für immer weiter rauchen. Denn die Gefühle, die die Sucht auslöst, wirken auf einer anderen Gehirn-Ebene. Das wäre dann so, als ob Du im Regen stündest und Dich dauernd abtrocknest, anstatt aus dem Regen zu gehen - diesen Kampf kannst Du nicht gewinnen oder müsstest Dich für den Rest Deines Lebens abtrocknen. Bringe Dich lieber ins Trockene!



Während mir meine Rauchentwöhnung trotz vielen Jahren intensiven Rauchens sehr leicht gefallen ist (und ich hatte keinerlei gesundheitliches Problem und Geld war auch genug da), ist es hingegen sehr, sehr schwer mit reiner Willenskraft aufhören zu rauchen.
Und falls Du das doch schaffst, denkst Du ständig daran, dass Du auf etwas verzichtest. Und irgendwann hast Du einen schwachen Moment und fängst wieder an. Das ist nicht wirklich aufhören. Das macht Dich nicht wirklich frei.

Ich möchte, dass Du den Weg gehst, den auch ich gegangen bin. Ich vermisse nichts. Ich verzichte auf nichts.



Fakt ist, dass Du auf der Vernunftsebene nicht weiterkommst. Da kannst Du denken, was Du möchtest, Dein Vernunftsgehirn wird immer den Kürzeren gegenüber dem ziehen, was Nikotin mit Deinem Emotionsgehirn macht.

Also: Du musst auf der Emotionsebene daran arbeiten, dass Du nicht mehr rauchen willst.

Zum Glück gibt es etwas, was auf der Gefühlsebene wirkt. Sozusagen einen gleichwertigen Gegner der Sucht. Etwas, was Du Deinem Verlangen nach Nikotin entgegenstellen kannst. Ich rede von Hypnose.

Doch was ist Hypnose genau, wie hat Hypnose Einfluss auf die Gefühle und vor allem: Wie funktioniert Rauchentwöhnung durch Hypnose?

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